Ich habe eine für die meisten von euch sicherlich sehr überraschende Nachricht: In einem mehrmonatigen Prozess haben meine Frau Ute und ich uns entschieden, uns auf eine Berufungsanfrage aus der Braunschweiger Friedenskirche, einer großen und charismatisch geprägten Baptistengemeinde, einzulassen.

Dr. Michael Bendorf, der dortige leitende Pastor, hatte mich Anfang Juni angerufen und gefragt, ob ich zu einem Gesprächsprozess bereit wäre, der in einer Berufung als Pastor in das Team der Braunschweiger Friedenskirche münden könnte. Dort gehen im Frühjahr 2019 zwei Pastoren in den Ruhestand: Dr. Heinrich Christian Rust und Wolfram Meyer. Ute und ich hatten dann ein Treffen mit dem Ältestenkreis in Braunschweig, das für beide Seiten sehr positiv verlief. Im Laufe der folgenden Wochen gab es weitere Treffen. Ende August tagte die Gemeindeleitung in Braunschweig und votierte einstimmig dafür, dass ich in der Mitgliederversammlung am 13. September als möglicher neuer Pastor vorgestellt werde und am 23. September in einer weiteren Mitgliederversammlung dann die Wahl stattfinden soll. Dazwischen – am 16. September – predige ich in allen drei Gottesdiensten.

Neben dem deutlichen Eindruck, dass hier ein Ruf Gottes vorliegt, haben uns zwei Dinge dazu bewegt, uns auf diesen neuen Weg einzulassen: Zum Einen hat sich meine pastorale Entwicklung in den letzten Jahren immer mehr in das Übergemeindliche verlagert, was zu gewissen Spannungen auch im Hauptamtlichen-Team in Hamburg geführt hat, die mich gerne mehr in der Gemeinde anwesend gesehen hätten. Doch ich merkte, dass Gott mir Türen öffnet, durch die ich gehen soll. In Braunschweig bin ich dann nicht mehr der leitende Pastor, sondern kann in besonderer Weise meine Stärken (v.a. Predigen und Lehren) ausspielen und dabei auch übergemeindlich unterwegs sein, weil es ein Kernwert der Gemeinde ist, andere Gemeinden im ganzen Land zu segnen, zu inspirieren und freizusetzen. Zum Anderen hatte ich in den letzten anderthalb Jahren eine sehr herausfordernde Gesamtsituation in meiner Familie (manche von euch haben das ja auch mitbekommen). Ute und ich haben festgestellt, dass sich grundsätzlich etwas ändern muss. Und in diese Überlegungen hinein kam dann der Anruf aus Braunschweig.

Wir sehen darin Gottes Handeln, der uns einen „Neuanfang“ bereitet. Aber nicht nur für uns als Familie, sondern auch für Anskar-Mitte und für die AKD. Falls ich am 23. September gewählt werde, werden wir voraussichtlich Ende Januar nach Braunschweig umziehen, damit unsere drei Kinder zum Schulhalbjahr dort durchstarten können. Mit der Kirchenleitung der AKD ist besprochen, dass wir im Februar auf dem Pastorentreffen in Wetzlar eine(n) Nachfolger(in) wählen, die/der dann am 7. April auf der übernächsten Anskar-Konferenz in Wetzlar eingesetzt wird. In der Anskar-Kirche Hamburg-Mitte werden wir in den nächsten Wochen/Monaten zunächst wie geplant einen neuen Ältestenkreis berufen, mit dem wir dann das weitere Vorgehen planen werden.

Ich bitte euch von Herzen, diesen Prozess im Gebet zu begleiten: für uns als Familie, für die Anskar-Kirche Hamburg-Mitte, für die AKD und auch für die Braunschweiger Friedenskirche.

Ich kann verstehen, dass viele von euch nun Fragen haben, und möchte an dieser Stelle betonen, dass ich nicht von etwas weg gehe, sondern zu etwas hin: Die Anskar-Kirche hat mich in den letzten 20 Jahren theologisch geprägt und war mein totales Zuhause. Ich bin nicht enttäuscht oder gar frustriert. Sehr vieles in der AKD hat sich in den letzten Jahren ganz toll entwickelt! Es fällt Ute und mir auch nicht leicht, zu gehen. Mit vielen von euch sind wir ja seit Jahren – wenn nicht Jahrzehnten – verbunden. Und wir hoffen, dass diese Verbundenheit bleibt.

Darüber hinaus hat die Anskar-Kirche eine Vision, die bleibt, und einen Auftrag, der wichtig ist: als Brückenbauer zwischen den Denominationen, mit gut fundierter Lehre, mit einer prophetischen Stärke und in der Kraft des Heiligen Geistes. Deutschland braucht im 21. Jahrhundert eine Kirche wie die Anskar-Kirche, die Tradition und Innovation verbindet – gerade auch bei verschwindenden Werten und einer wachsenden Sehnsucht nach Halt. Und niemand kann besseren Halt geben als Jesus Christus! Es braucht neu gegründete Gemeinden im ganzen Land. Und im Grunde genommen brauchen wir noch mehr als das: eine Jüngerschaftsbewegung, die das ganze Land erfasst. Das kann sicherlich die Anskar-Kirche nicht alleine, aber sie ist ganz sicher Teil dessen, was Gott in den nächsten Jahrzehnten in unserem Land tun wird. Und es erfüllt mich mit Freude, dass ich einen Teil dieses Weges aktiv mitprägen und mitgestalten durfte.

Euer

 

STATUS vom 26.09.2018:
Dr. Tillmann Krüger wurde von den Gemeindemitgliedern der Braunschweiger Gemeinde mit großer Mehrheit gewählt.

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